Wie kann ich die Ausbildung finanzieren?

Jede/r an einer Ausbildung zum/zur Erzieher/in Interessierte sollte im Vorfeld der Umsetzung dieses Vorhabens die zu erwartende finanzielle Situation bestmöglich abschätzen können. Im schlimmsten Fall kann eine im Vorfeld unklare Finanzierungssituation zu einem Ausbildungsabbruch führen. Leider stehen an der Ausbildung Interessierte in dieser Frage häufig alleine dar.

Wir stellen auf diesem Onlineportal für jedes einzelne Bundesland umfassende Informationen bereit. Dort finden sich auch Ausführungen zu Finanzierungsmöglichkeiten, die für unterschiedliche Personengruppen in Frage kommen können.

Vor allem für Menschen, die aus anderen Berufszweigen kommen und/oder eine Familie zu versorgen haben, kommt sehr häufig nur eine Ausbildungsform in Frage, während der neben der fachschulischen Ausbildung ein Einkommen erzielt werden kann. In vielen - aber bei weitem noch nicht allen Bundesländern - sind mittlerweile vergütete Tätigkeiten im Rahmen der Erzieher/innenausbildung auch für Personen möglich, die aus einem anderen Berufsfeld kommen und noch nicht über einen pädagogischen Berufsabschluss verfügen.

In vollzeitschulischen Ausbildungsgängen gibt es - außerhalb des sogenannten Anerkennungsjahres oder Berufspraktikums – bundesweit häufig  keine Verdienstmöglichkeiten.

In mehreren Bundesländern besteht aber im Rahmen praxisintegrierter oder berufsbegleitender (Teilzeit-)Ausbildungen  die Möglichkeit, auch als Fachfremde/r bereits während der Ausbildung einer vergüteten und auf den Personalschlüssel anrechenbaren Beschäftigung nachzugehen. In diesen Fällen ist es für den Träger möglich die Vergütung zu refinanzieren. Die Höhe der Vergütungen kann jedoch von Bundesland zu Bundesland und auch von Träger zu Träger unterschiedlich sein.

Wieviel können Fachschüler/innen in praxisintegrierten oder berufsbegleitenden Ausbildungen in den einzelnen Bundesländern verdienen? Darüber gibt es bisher nur wenig Wissen und es lassen sich keine verallgemeinerbaren Aussagen machen. Die Verdienstmöglichkeiten hängen von vielen unterschiedlichen Variablen ab, wie zum Beispiel, davon

  • was die einzelnen Bundesländer für die Ausbildungsvergütung bzw. Eingruppierung für die praxisintegrierten oder berufsbegleitenden Ausbildungen empfehlen
  • wie viele Stunden in der Woche die Fachschüler/innen tätig sind
  • zu wieviel Prozent Einrichtungsträger Fachschüler/innen auf den Personalschlüssel anrechnen können und wollen,
  • nach welchen Tarifen Einrichtungen ihre Angestellten bezahlen,
  • wie Kommunen finanziell ausgestattet sind

In Bundesländern ohne Anrechnungsmöglichkeit fachfremder Auszubildender auf den Personalschlüssel kann es jedoch trotzdem vereinzelt zeitlich, regional und auf gewisse Träger begrenzte Möglichkeiten geben, dennoch Vergütungen zu erhalten. Es kann sich daher lohnen, bei Trägern der Kinder- und Jugendhilfe in Wohnortnähe Erkundigungen darüber einzuholen, ob eine vergütete Ausbildung ermöglicht werden kann. Oder ob diesbezüglich etwas in Planung ist.

Auch über das BAföG und vor allem das sogenannte „Aufstiegs-BAföG“ kann in allen Bundesländern finanzielle Unterstützung gewährt werden, sofern individuell die Förderbedingungen erfüllt werden. Zudem gibt es mehrere weitere Möglichkeiten, um den Lebensunterhalt während der Ausbildung zumindest teilweise finanzieren zu können. In allen Bundesländern (außer Thüringen) kann beispielsweise eine finanzielle Förderung über einen Bildungsgutschein von der Agentur für Arbeit/dem Jobcenter ermöglicht werden.