Das Bundesprogramm „Lernort Praxis“

Im Rahmen des Bundesprogramms „Lernort Praxis“ werden insgesamt 160  Kindertageseinrichtungen im Rahmen von 76 Projekten (dahingehend) gefördert, ihre Ausbildungsfunktion besser wahrnehmen zu können. In den Einrichtungen arbeiten so genannte Praxismentor/innen daran, die Praxisanleitung für Praktikant/innen und die Kooperation zwischen Fach- bzw. Hochschule und Kindertageseinrichtungen zu verbessern.  Des Weiteren haben die Praxismentor/innen die Aufgabe, bisher unterrepräsentierte Personengruppen für die Arbeit in Kitas zu gewinnen.

Kitas werden bisher nicht ausreichend als Ausbildungseinrichtungen anerkannt

Seit mehreren Jahren wird in der Fachdiskussion hervorgehoben, dass Kindertageseinrichtungen bisher nicht ausreichend als Ausbildungseinrichtungen wahrgenommen und anerkannt werden. Die Rahmenbedingungen erschweren zudem die Arbeit als Ausbildungseinrichtung. In der Regel werden keine zusätzlichen personellen und zeitlichen Ressourcen für die Begleitung von angehenden Fachkräften zur Verfügung gestellt. Außerdem  können Kindertageseinrichtungen bisher bei der inhaltlich-fachlichen Gestaltung der Erzieher/innenausbildung nur sehr begrenzt Einfluss nehmen. In den letzten Jahren wird deshalb auch verstärkt gefordert, den Kindertageseinrichtungen eine größere Bedeutung bei der Erzieher/innenausbildung beizumessen und ihnen eine Mitverantwortung bei der inhaltlichen Ausgestaltung der Ausbildung zu übertragen. So betont beispielsweise die Jugendministerkonferenz vom 17. bis 18. Mai 2001, dass Kindertageseinrichtungen unverzichtbar für die Realisierung der Ausbildungsziele sind und Kitas dementsprechend als „Lernort Praxis“ verstanden werden sollten.

Ziele des Programms „Lernort Praxis“ und Aufgaben der Praxismentor/innen

Vor diesem Hintergrund initiierte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im August 2013 das Bundesprogramm „Lernort Praxis“. Das Programm  ist auf drei Jahre angelegt und soll dazu beitragen, die Qualität der Erzieher/innenausbildung zu steigern, indem in Kindertageseinrichtungen die Praxisanleitung gestärkt wird. Im Rahmen des Programms fördert das BMFSFJ insgesamt 76 Projekte in sieben Bundesländern. Die Projekte beschäftigen mit der finanziellen Unterstützung des Bundes so genannte Praxismentor/innen für 20 Stunden in der Woche. Diese Praxismentor/innen sind in Kooperation mit Einrichtungsleitungen und Träger-Verantwortlichen dafür zuständig die Kita als Lernort zu stärken, die Praxisanleiter/innen bei der Ausbildung von Praktikant/innen zu unterstützen und nachhaltige Kooperationsbeziehungen zu Fach- bzw. Hochschulen aufzubauen. Des Weiteren haben die Praxismentor/innen die Aufgabe bisher unterrepräsentierte Personengruppen, wie beispielsweise Männer und Menschen mit Migrationshintergrund, für die Arbeit in Kindertageseinrichtungen zu interessieren.

Begleitung und Weiterqualifizierung der Praxismentor/innen

Die Praxismentor/innen werden im Verlauf des Programms durch PädQUIS gGmbH und der Koordinationsstelle „Chance Quereinstieg / Männer in Kitas“ inhaltlich begleitet und weiterqualifiziert. Die Koordinationsstelle begleitet insbesondere die Projekte , die sich im Rahmen des Bundesprogramms „Lernort Praxis“ auf die Gewinnung und Anleitung bisher in der Kita unterrepräsentierte Personengruppen konzentrieren.

Weitere Informationen siehe: http://www.fruehe-chancen.de/qualitaet/aktuelle-bundesprogramme/lernort-praxis/