Nordrhein-Westfalen

(Stand 26.04.2017)

Fachschulausbildungen

Die Erzieher/innenausbildung in Nordrhein-Westfalen findet an so genannten Berufskollegs  (Fachschulen für Sozialpädagogik) statt und wird in zwei unterschiedlichen Formen angeboten. Die eine Ausbildungsform gliedert sich in eine zweijährige (in Teilzeitform vier- bis fünfjährige)  schulische Ausbildung und ein anschließendes einjähriges (in Teilzeitform ein- bis zweijähriges), vergütetes Berufspraktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung. Bei der anderen Ausbildungsform ist das Berufspraktikum in die schulische Ausbildung integriert. Sie wird deshalb auch als praxisintegrierte Ausbildung (PIA) bezeichnet. Im Rahmen der praxisintegrierten Ausbildung sind die Schüler/innen in einer sozialpädagogischen Einrichtung angestellt und arbeiten dort an einem bzw. an zwei oder drei Tagen in der Woche (abhängig vom Ausbildungsjahr und dem jeweiligen Berufskolleg). An den anderen Tagen der Woche besuchen die Schüler/innen dann das Berufskolleg.

ESF-Bundesmodellprogramm „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas“

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen beteiligt sich mit einem Standort am ESF-Bundesmodellprogramm "Quereinstieg - Männer und Frauen in Kitas".  Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Es richtet sich an Kita-Träger und Fachschulen bzw. -akademien, die für Berufswechslerinnen und Berufswechsler eine vergütete, erwachsenengerechte und geschlechtersensible Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher / zur staatlich anerkannten Erzieherin (weiter)entwickeln wollen.

Hinweis: im Schuljahr 2017/18 werden keine Quereinsteigenden mehr angenommen. Im Rahmen dieses Programms werden nach dem Schuljahr 2017/18 keine weiteren Ausbildungsjahrgänge mehr gestartet.

Mit Beginn der drei Jahre dauernden Ausbildung werden die teilnehmenden Personen sozialversicherungspflichtig angestellt. Die Berufstätigkeit am Lernort Kindertageseinrichtung wird mit mindestens 1250 Euro Arbeitgeber/innenbrutto (Achtung: das Arbeitnehmer/innenbrutto ist geringer) im Monat vergütet.

Falls Sie Interesse an Informationen zum Quereinstieg in den Beruf der Erzieher/innen haben, empfehlen wir Ihnen, sich in folgenden Verteiler einzutragen. Ihre Daten werden ausschließlich dafür genutzt, Sie über allgemeine und regionale Neuigkeiten zu Quereinstiegsmöglichkeiten sowie die Standorte dieses Bundesmodellprogramms zu informieren.

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Weitere Informationen rund um das Thema „Quereinstieg in den Erzieher/innenberuf“ können Sie auch in unserem Newsletter nachlesen.
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Im Folgenden haben wir detaillierte Informationen über die Erzieher/innenausbildung in NRW aufgelistet, die Quereinstiegsinteressierte besonders interessieren könnten:

Praxisintegrierte Ausbildung (PIA)

In Nordrhein-Westfalen besteht an mehreren Standorten die Möglichkeit, die Erzieher/innenausbildung praxisintegriert zu absolvieren. Die praxisintegrierte Ausbildung (PIA) dauert drei Jahre. Im Rahmen der PIA  sind die Schüler/innen in einer sozialpädagogischen Einrichtung angestellt und arbeiten dort an einem bzw. an zwei oder drei Tagen in der Woche (abhängig vom Ausbildungsjahr und dem jeweiligen Berufskolleg). An den anderen Tagen der Woche besuchen die Schüler/innen dann das Berufskolleg. PIA-Fachschüler/innen müssen deshalb eine Praxisstelle vorweisen, bei der sie während der gesamten Ausbildungszeit in Teilzeitmit mindestens 18 Stunden pro Woche angestellt sein werden. In der Regel erhalten die PIA-Schüler/innen über die gesamte Ausbildungsdauer eine Vergütung, die je nach Träger, Region und Ausbildungsjahr oftmals zwischen 350 und 500 Euro, in einigen Fällen auch mal bis 1.100 Euro monatlich betragen kann.

Für PIA gelten die in Nordrhein-Westfalen üblichen Zulassungsvoraussetzung zur Aufnahme an einem Berufskolleg (Fachschule für Sozialpädagogik), siehe:
Ausbildungs- und Prüfungsordnung Berufskolleg - APO-BK (siehe Anlage E, §5, Seite 42 und §28, Seite 45) I Download

Quereinstiegsinteressierte, die zwar über eine Berufsausbildung, aber über keine pädagogische Aus- bzw. Vorbildung verfügen, benötigen in Nordrhein-Westfalen insgesamt 900 Stunden Praxiserfahrungen in einem für den Bildungsgang geeigneten pädagogischen Arbeitsfeld, um für PIA zugelassen zu werden. Die erforderlichen 900 Praxisstunden können z.B. über das Absolvieren eines Bundesfreiwilligendienstes, eines Freiwilligen Sozialen Jahres, oder eines Praktikums erworben werden. Während eines Praktikums kann eine Sicherung des Lebensunterhaltes durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter gewährt werden, sofern die individuellen Fördervoraussetzungen vorliegen. Vor dem Absolvieren der 900 Stunden praktischer Tätigkeit sollte man sich bei der Fachschule, an der man die Ausbildung zum/zur Erzieher/in anstrebt, dahingehend absichern, dass die Tätigkeit zu einer Erfüllung der Zulassungsbedingungen führen wird.

www.kita.nrw.de/fachkraefte-fachberatung/informationen-zur-aus-und-weiterbildung | Weiterführende Materialien/Handreichungen zur praxisintegrierten Ausbildung (PIA)

Teilzeitausbildung

Neben der praxisintegrieren Ausbildung und der vollzeitschulischen Ausbildung gibt es in Nordrhein-Westfalen an wenigen Standorten auch eine teilzeitschulische Ausbildungsform (vier bis fünf Jahre Berufskolleg und ein ein- bis zweijähriges Berufspraktikum). Die Teilzeitausbildung in Nordrhein-Westfalen richtet sich vor allem an ausgebildete Kinderpfleger/innen und Sozialassistent/innen, die sich zur Erzieherin bzw. zum Erzieher weiterqualifizieren möchten. In der Regel ist diese Personengruppe während ihrer Teilzeitausbildung in einer Kita als Ergänzungskraft angestellt und verdient sich darüber (teilweise) ihren Lebensunterhalt.  In Nordrhein-Westfalen spielt die Teilzeitausbildung allerdings kaum noch eine Rolle.

Unserem Wissen nach gibt es keinen Überblick darüber, welche Ausbildungsformen an welchen Berufskollegs (Fachschulen für Sozialpädagogik) angeboten werden. Interessierte müssen sich bei den einzelnen Berufskollegs erkundigen, welche Ausbildungsformen dort jeweils angeboten werden. In der Rubrik „Ausbildungsstätten“ weiter unten auf dieser Webseite gibt es eine Suchfunktion zum Finden von Berufskollegs (Fachschulen für Sozialpädagogik) in Nordrhein-Westfalen.

Zulassungsvoraussetzungen

In Nordrhein-Westfalen gelten für alle Ausbildungsmodelle – Vollzeit-, Teilzeitausbildung und praxisintegrierte Ausbildung – die gleichen einschlägigen Zulassungsvoraussetzungen. Diese sind in der „Ausbildungs- und Prüfungsordnung Berufskolleg - APO-BK" (siehe Anlage E, §5, Seite 42 und §28, Seite 45) festgelegt und lauten:  

  1. Mittlerer Schulabschluss

    und

  2. eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer (z.B. Kinderpfleger/in, Sozialhelfer/in, Heilerziehungshelfer/in)

    oder
  • den Nachweis einer einschlägigen Berufstätigkeit von mindestens fünf Jahren

    oder
  • eine nicht einschlägige Berufsausbildung und eine einschlägige berufliche Tätigkeit von mind. 900 Stunden in einer für den Bildungsgang geeigneten Einrichtung (z.B. Bundesfreiwilligendienst, Freiwilliges Soziales Jahr, Praktikum). Die Tätigkeit muss innerhalb eines Jahres und an einem Stück absolviert werden bzw. worden sein.

    oder
  • Hochschulzugangsberechtigung (Abitur) oder Fachhochschulreife und eine einschlägige berufliche Tätigkeit von mind. 900 Stunden in einer für den Bildungsgang geeigneten Einrichtung. Die Tätigkeit muss innerhalb eines Jahres und an einem Stück absolviert werden bzw. worden sein.

Vor dem Absolvieren der 900 Stunden praktischer Tätigkeit sollte man sich bei der Fachschule, an der man die Ausbildung zum/zur Erzieher/in anstrebt, dahingehend absichern, dass die Tätigkeit zu einer Erfüllung der Zulassungsbedingungen führen wird.

ESF-Bundesmodellprogramm „Quereinstieg-Männer und Frauen in Kitas“

Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich mit einem Modellprojekt (Träger: AWO Westliches Westfalen) am ESF-Bundesmodellprogramm "Quereinstieg - Männer und Frauen in Kitas“. Weitere Standorte werden nicht mehr hinzukommen. Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Es richtet sich an Kita-Träger und Fachschulen bzw. -akademien, die für Berufswechslerinnen und Berufswechsler eine vergütete, erwachsenengerechte und geschlechtersensible Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher / zur staatlich anerkannten Erzieherin (weiter)entwickeln wollen.

Hinweis: im Schuljahr 2017/18 werden keine Quereinsteigenden mehr angenommen. Im Rahmen dieses Programms werden nach dem Schuljahr 2017/18 keine weiteren Ausbildungsjahrgänge mehr gestartet.

Mit Beginn der drei Jahre dauernden Ausbildung werden die teilnehmenden Personen sozialversicherungspflichtig angestellt. Die Berufstätigkeit am Lernort Kindertageseinrichtung wird mit mindestens 1250 Euro Arbeitgeber/innenbrutto (Achtung: das Arbeitnehmer/innenbrutto ist geringer) im Monat vergütet. 

Standorte bundesweit | Kontaktdaten

Berufsbegleitendes Studium

Einen bundesweiten Überblick und weiterführende Informationen über früh- bzw. kindheitspädagogische Studiengänge erhalten Sie auf den Webseiten der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte.

www.fruehpaedagogik-studieren.de

www.weiterbildungsinitiative.de/themen/ausbildung/hochschulen/

In Bezug auf die Anerkennung als „Sozialpädagogische Fachkräfte“ kindheitspädagogischer Studiengänge in Nordrhein-Westfalen informiert das folgende Dokument (Seite 8).

Informationen des LVR-Landesjugendamtes zum Personal in Kindertageseinrichtungen I Download

Anerkannte Abschlüsse für die Arbeit in Kitas


Im nordrhein-westfälischen Kinderbildungsgesetz KiBiz finden Sie Informationen darüber, welche beruflichen Qualifikationen Sie benötigen, um in Nordrhein-Westfalen als Fach- bzw. als Ergänzungskraft in einer sozialpädagogischen Einrichtung arbeiten zu können, siehe „Vereinbarung zu den Grundsätzen über die Qualifikation und den Personalschlüssel nach § 26 Abs. 3 Nr. 3 des Gesetzes zur  frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz KiBiz) vom 26. Mai 2008 in der Fassung vom 1. Januar 2015“ | Download

Informationen des LVR-Landesjugendamtes zum Personal in Kindertageseinrichtungen | Link

Im Ausland erworbene Qualifikationen


Die regional zuständigen Stellen für Anerkennungsverfahren im Ausland erworbener Bildungs- und Berufsabschlüsse finden sich unter
www.anerkennung-in-deutschland.de | Link

Umschulung

Erwerbslose Frauen und Männer können bei den regionalen Arbeitsagenturen bzw. Jobcentern eine Umschulung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher beantragen. Umschüler/innen werden in den ersten zwei Jahren durch die Agentur für Arbeit finanziert. Die Finanzierung des dritten Ausbildungsjahres ist dadurch gesichert, dass in Nordrhein-Westfalen das dritte Ausbildungsjahr ein Berufsanerkennungsjahr ist, für das es eine tariflich vereinbarte Vergütung nach dem TVÖD - SuE für Praktikant/innen geben kann. Die Vergütung des Berufsanerkennungsjahres nach dem TVÖD - SuE für Praktikant/innen liegt ca. bei 1.433,13 Euro brutto Monatsentgelt (Stand: 01.03.2015). Man sollte sich im Vorfeld des Berufsanerkennungsjahres jedoch unbedingt beim (zukünftigen) Träger darüber erkundigen, wie hoch die monatliche Vergütung tatsächlich sein wird.

In Nordrhein-Westfalen sind alle öffentlichen Berufskollegs, die die Bildungsgänge „Fachschule für Sozialpädagogik“ oder „Fachschule für Heilerziehungspflege“ führen, nach AZAV zertifiziert und können damit Umschülerinnen und Umschüler aufnehmen.

Die praxisintegrierte Ausbildung kann jedoch nicht über einen Bildungsgutschein finanziert werden, da es bei dieser Ausbildungsform kein finanziertes Berufsanerkennungsjahr gibt.

Der Besuch eines Berufskollegs in öffentlicher Trägerschaft und staatlich anerkannter Ersatzschulen ist kostenfrei. Dennoch können Kosten für Lehrmittel anfallen. Berufskollegs in freier oder privater Trägerschaft erheben in der Regel ein Schulgeld.

Unterstützung während der Ausbildung kann es nach dem BAföG geben, sofern die Fördervoraussetzungen individuell gegeben sind. Wer nicht förderberechtigt ist, kann bis zur Vollendung des 36. Lebensjahres einen Bildungskredit beziehen, der jedoch verzinst in voller Höhe zurückgezahlt werden muss und auch nur in den letzten 24 Monaten einer Ausbildung bezogen werden kann. Beschäftigte in einer Kita, die ihre Ausbildung im Rahmen der praxisintegrierten Ausbildung (PIA) absolvieren, erhalten eine Vergütung.

Externenprüfung

Der fachschulische Ausbildungsteil zur Erlangung des Berufsabschlusses „staatlich anerkannte Erzieherin/staatlich anerkannter Erzieher" kann im Rahmen einer Externenprüfung nur an Berufskollegs erworben werden. Die Berufskollegs werden von der zuständigen Bezirksregierung mit der Abnahme der Prüfung beauftragt. Das anschließende Berufsanerkennungsjahr muss in jedem Fall durchgeführt werden. In Ausnahmefällen kann die reguläre Dauer des Berufsanerkennungsjahres (ein Jahr in Vollzeit) auf minimal 6 Monate verkürzt werden. Eine Zulassung zur Externenprüfung an einem Berufskolleg ist nur bei Erfüllung der entsprechenden Zulassungsvoraussetzungen möglich. Die ergänzenden Bestimmungen zur Externenprüfung in den Fachrichtungen Sozialpädagogik und Heilerziehungspflegesind in der Verordnung über die Ausbildung und Prüfung in den Bildungsgängen des Berufskollegs (APO-BK) definiert.

APO-BK (siehe Anlage E, § 34, Seite 46)  I  Download

Weiterführende Materialien/Handreichungen zur Externenprüfung I Link

Weitere Informationen zur Externenprüfung können von den für den jeweiligen Wohnort zuständigen Bezirksregierungen entnommen werden | Link

Wir empfehlen Interessierten dringend eine frühzeitige Kontaktaufnahme zu der zuständigen Bezirksregierung, um verbindliche Informationen zu bereits erfüllten und gegebenenfalls zusätzlich zu erlangenden Zulassungsvoraussetzungen sowie dem nächstmöglichen Zeitpunkt einer Externenprüfung zu erhalten.

Vorbereitungskurse auf die Externenprüfung werden in Nordrhein-Westfalen nicht von Berufskollegs, sondern ausschließlich durch private Bildungsanbieter angeboten (Dauer: 1,5 bis 2 Jahre). Interessierte Personen sollten vor Aufnahme eines solchen Vorbereitungskurses prüfen lassen, ob sie die individuellen Voraussetzungen für die Zulassung zu einer Externenprüfung mitbringen (hierzu bitte Kontakt zu einem Berufskolleg aufnehmen). Zusätzlich sollten sie sich bei dem Bildungsanbieter darüber erkundigen, wie viele Personen dort in den vergangenen Jahren erfolgreich zum Abschluss gekommen sind und wie viele es nicht geschafft haben. Im Jahr 2015 lag die Quote der Bestehenden bei knapp 60%. Zwecks Prüfung der individuellen Fördervoraussetzungen für einen Vorbereitungskurs sollten Erwerbslose einen Termin bei der örtlichen Agentur für Arbeit / dem Jobcenter vereinbaren.

Finanzierung

Der Besuch eines Berufskollegs in öffentlicher Trägerschaft und staatlich anerkannter Ersatzschulen ist kostenfrei. Dennoch können Kosten für Lehrmittel anfallen. Berufskollegs in freier oder privater Trägerschaft erheben in der Regel ein Schulgeld.

Unterstützung während der Ausbildung kann es nach dem BAföG geben, sofern die Fördervoraussetzungen individuell gegeben sind. Wer nicht förderberechtigt ist, kann bis zur Vollendung des 36. Lebensjahres einen Bildungskredit beziehen, der jedoch verzinst in voller Höhe zurückgezahlt werden muss und auch nur in den letzten 24 Monaten einer Ausbildung bezogen werden kann. Beschäftigte/r in einer Kita, die ihre Ausbildung im Rahmen der praxisintegrierten Ausbildung (PIA) absolvieren, erhalten eine Vergütung.

Vergütung


Im Rahmen einer praxisintegrierten Ausbildung besuchen die Fachschüler/innen ein Berufskolleg, sind aber gleichzeitig schon in einer sozialpädagogischen Einrichtung angestellt. Der Schulunterricht und die praktische Arbeit wechseln sich dabei miteinander ab. Eine Besonderheit der praxisintegrierten Ausbildung ist, dass die Fachschüler/innen für ihre praktische Tätigkeit vergütet werden bzw. ein Ausbildungsgehalt beziehen.

Fachschüler/innen, die in Nordrhein-Westfalen die praxisintegrierten Ausbildung absolvieren, erhalten in der Regel eine monatliche Vergütung, die je nach Träger, Region und Ausbildungsjahr oftmals zwischen 350 und 500 Euro, in einigen Fällen auch mal bis 1.100 Euro monatlich betragen kann.

Eine erste Orientierung darüber, welche unterschiedlichen Verdienstmöglichkeiten Fachschüler/innen während ihrer berufsbegleitenden bzw. praxisintegrierten Ausbildung in den unterschiedlichen Bundesländern haben, zeigt folgende Tabelle:
Übersicht Verdienstmöglichkeiten bundesweit I Download

BAföG

www.das-neue-bafoeg.de/de/372.php  | Informationen zu den Bezugsvoraussetzungen, zur Förderhöhe und der Antragstellung

Aufstiegs-BAföG


Zum 01. August 2016 traten grundlegende Änderungen in dem Gesetz zur Förderung der beruflichen Aufstiegsfortbildung – Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz – (AFBG) in Kraft. Dieses Förderinstrument ist unter dem Namen „Meister-BAföG“ allgemein bekannt. Nun wird es „Aufstiegs-BAföG“ genannt.

Einen Überblick der erneuerten Fördermöglichkeiten finden Sie in einer von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung herausgegebenen Publikation:

„Vom Meister- zum Aufstiegs-BAföG“ | Link

Die Informationen der Publikation beziehen sich beispielsweise auf Förderhöhen von Fortbildungskosten, Unterhaltsbedarfen sowie  Obergrenzen von Einkommens- und Freibeträgen. Zudem werden Verlinkungen zu den regional zuständigen Förderämtern, Antragsformularen und Kontaktdaten zu einer kostenfreien Hotline zur Verfügung gestellt.

In dem Bereich „Fragen und Antworten“ der Webseite:

www.aufstiegs-bafoeg.de | Link     

finden sich detaillierte Darstellungen der Unterstützungsmöglichkeiten. So können beispielsweise Alleinerziehende, die Kinder unter 10 Jahren oder Kinder mit Behinderung im eigenen Haushalt erziehen, einkommens- und vermögensunabhängig zusätzlich einen pauschalen Kinderbetreuungszuschlag in Höhe von 130 Euro erhalten. Dieser Zuschuss wird  während der gesamten Maßnahme gewährt und ist unabhängig davon, ob die Fortbildung in Voll- oder Teilzeit erfolgt.

Bildungskredit

Bis zur Vollendung des 36. Lebensjahres kann ein Bildungskredit in Anspruch genommen werden, der jedoch verzinst in voller Höhe zurückgezahlt werden muss und auch nur in den letzten 24 Monaten einer Ausbildung bezogen werden kann.
www.das-neue-bafoeg.de/de/110.php | Informationen zum Bildungskredit

Umschulung und Externenprüfung-Vorbereitungskurse über Bildungsgutscheine


Erwerbslose Frauen und Männer können zum einen bei den regionalen Arbeitsagenturen eine Umschulung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher beantragen (siehe Rubrik Umschulung), zum anderen einen Vorbereitungskurs für die Externenprüfung gefördert bekommen. Leistungen können grundsätzlich nur dann bewilligt werden, wenn man sich im Vorfeld durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter hat beraten lassen und das Vorliegen der Voraussetzungen für eine Förderung mit einem Bildungsgutschein bescheinigt wurde. Man sollte also im eigenen Interesse die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter rechtzeitig aufsuchen. Ob die individuellen Voraussetzungen für eine Förderung vorliegen, wird durch die Mitarbeiter/innen der Arbeitsagenturen und Jobcenter individuell geprüft. Auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit finden Sie die Kontaktdaten der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit bzw. des zuständigen Jobcenters.

Zur Bundesagentur für Arbeit  I  Link

Berufsanerkennungsjahr


In Nordrhein-Westfalen wird das dritte Ausbildungsjahr als Berufsanerkennungsjahr geführt, für das es eine tariflich vereinbarte Vergütung nach dem TVÖD - SuE für Praktikant/innen geben kann. Die Vergütung des Berufsanerkennungsjahres in Höhe von 1.433,13 Euro brutto Monatsentgelt (ab 01.03.2015) soll den Lebensunterhalt im dritten Ausbildungsjahr der Umschulung finanzieren. Man sollte sich im Vorfeld des Berufsanerkennungsjahres jedoch unbedingt beim (zukünftigen) Träger darüber erkundigen, wie hoch die monatliche Vergütung tatsächlich sein wird.

Ergänzende Leistungen

Inwieweit zur Deckung des Lebensunterhaltes zusätzlich zu den oben genannten staatlichen Förderleistungen bzw. zu Ihrem Gehalt ein Anspruch auf ergänzende Leistungen besteht, kann über die regionalen Jobcenter individuell geprüft werden.
www.arbeitsagentur.de | Link

Fachschüler/innen mit Kindern, die im selben Haushalt leben, haben zur Finanzierung des Lebensunterhalts während einer Ausbildung (und auch während eines Praktikums oder einer regulären Berufstätigkeit) möglicherweise einen Anspruch auf Kinderzuschlag (zu beantragen bei der Familienkasse)
Familienkasse | Link

Fachschüler/innen haben ggfls. auch einen Anspruch auf Wohngeld/Mietzuschuss (im Falle von Wohneigentum: Lastenausgleich), sofern „dem Grunde nach“ kein Anspruch auf ergänzende Leistungen, wie Arbeitslosengeld, Sozialgeld oder BAföG besteht.

Noch ein Tipp: Öffentliche Fachschulen erheben kein Schulgeld. Fachschulen in freier oder privater Trägerschaft häufig schon.

Leitfaden zur Finanzierung beruflicher Weiterbildung der Stiftung Warentest


Ein kostenloser Leitfaden der Stiftung Warentest bietet einen Überblick von Förderungs- und Steuersparmöglichkeiten für Arbeitnehmer/innen, Menschen ohne Erwerbseinkommen, Berufsrückkehrer/innen oder Selbstständige, die sich beruflich fortbilden möchten. Es werden unterschiedliche Zuschusstöpfe von Bund und Ländern dargestellt, auf die zugegriffen werden, sofern die individuellen Fördervoraussetzungen vorliegen. Vor allem bei Lehrgängen über mehrere Jahre handelt es sich oft um Aufstiegsfortbildungen, die auf unterschiedliche Weise vom Staat unterstützt werden können.

Leitfaden „Weiterbildung finanzieren“ der Stiftung Warentest | Link

Ausbildungsstätten

Berufskollegs (Fachschulen und Berufsfachschulen)


Berufskollegs (Fachschulen für Sozialpädagogik), an denen Ausbildungsgänge zur Erzieherin/zum Erzieher durchgeführt werden, finden sie über folgenden Link, wenn Sie bei „Suche nach Stichworten“ das Wort Sozialpädagogik eingeben:

http://www.bezreg-koeln.nrw.de/extra/verfahren/ausb-st/index.php

Berufsfachschulen Sozial-/Gesundheitswesen, an denen Ausbildungsgänge zur Kinderpflegerin/zum Kinderpflegerin und zur Sozialassistentin/zum Sozialassistenten durchgeführt werden, finden sie über folgenden Link, wenn Sie bei „Suche nach Stichworten“ das Wort Kinderpflege eingeben:

http://www.bezreg-koeln.nrw.de/extra/verfahren/ausb-st/index.php

Hochschulen


www.fruehpaedagogik-studieren.de | Übersicht über berufsbegleitende Studienmöglichkeiten in der Frühpädagogik sind zu finden über den Suchfilter: Studiengänge / Bundesland

Vorbereitungskurse zur Externenprüfung


In Weiterbildungsdatenbanken, wie der der Bundesagentur für Arbeit kann man über die "erweiterte Suche" wohnortnahe Bildungsanbieter recherchieren. (Achtung: Eine Garantie für die Vollständigkeit der Angaben kann leider nicht gegeben werden.)

http://kursnet-finden.arbeitsagentur.de/kurs/ | Wählen Sie zunächst die erweiterte Suche. Geben Sie dann je nach Bildungsziel "Erzieher", "Sozialhelfer" oder "Kinderpfleger" ein, wählen Sie das Bundesland und bei "Förderung" "mit Bildungsgutschein" aus.

Ansprechpartner/innen

Ausbildung


Auskunft zu einzelnen Ausbildungs- und Fortbildungsangeboten erteilen die zuständigen Bildungsinstitutionen (Fachschulen, Berufsfachschulen, Hochschulen, etc.) I  Kontakte unter Ausbildungsstätten

Für übergeordnete Fragestellungen oder wenn bei den zuständigen Bildungsinstitutionen (Fachschulen, Berufsfachschulen, Hochschulen, etc.) keine ausreichenden Auskünfte erhalten werden, empfehlen wir, sich an die für den Wohnort zuständige Bezirksregierung zu wenden:

https://www.schulministerium.nrw.de/docs/bp/Ministerium/Service/NRW-Karte/index.html

Erst wenn dort keine ausreichenden Auskünfte erhalten werden, empfehlen wir  eine Kontaktaufnahme zu den zuständigen Ministerien:

Zuständiges Ministerium für den Bereich Erzieher/innenausbildung


Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW
Referat 312
Völklinger Str. 49
40221 Düsseldorf

Telefon: (0211) 58 67 - 40
poststelle(at)msw.nrw.de

Zuständiges Ministerium für den Bereich Kindertageseinrichtungen


Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW
Haroldstraße 4
40213 Düsseldorf

Telefon: (0211) 837 - 02
poststelle(at)mskjks.nrw.de

Zuständiges Ministerium für Ausbildung an Hochschulen


Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW
Völklinger Str. 49
40221 Düsseldorf

Telefon: (0211) 896 - 04
poststelle(at)miwf.nrw.de

Agentur für Arbeit und Jobcenter


www.arbeitsagentur.de | Partner vor Ort

Zuständige Stellen für im Ausland erworbene Qualifikationen


Die regional zuständigen Stellen für Anerkennungsverfahren im Ausland erworbener Bildungs- und Berufsabschlüsse finden sich unter
www.anerkennung-in-deutschland.de  I  Link

ESF-Modellprogramm "MEHR Männer in Kitas"


In den Projekten des ESF-Modellprogramms "MEHR Männer in Kitas" des BMFSFJ wurden, beispielsweise durch den Einsatz von Info-Bussen, Schüler-Praktika oder Mentorenprogrammen, Wege erprobt, mehr Männer für das Arbeitsfeld Kita zu gewinnen. Ein ehemaliger Projektträger ist in Nordrhein-Westfalen noch beim Thema Quereinsteiger/innen aktiv.
www.maik-caritasnet.de | ESF-Modellprojekt in Köln