12.07.2017

Bundesweit

Wieso werden vergütete Ausbildungsformen nicht flächendeckend eingeführt?

Copyright: Koordinationsstelle "Chance Quereinstieg/Männer in Kitas".

Aufgrund des Bildungsförderalismus ist eine bundesweite flächendeckende Einführung von vergüteten Ausbildungsformen in der Erzieher/innenausbildung bisher nicht möglich. Da es sich um eine fachschulische Ausbildung handelt spielt als nächstes die Frage der Finanzierung solch einer Ausbildungsform eine entscheidende Rolle. Der Bund kommt nicht für die Vergütung auf, so dass es auf die Träger der Einrichtungen ankommt. Gelöst wird es derzeit teilweise durch eine vergütete Anstellung in einer Kita. Der Träger der Einrichtung muss dann schauen wie eine Gegenfinanzierung solch einer Stelle erfolgen kann. Das häufigste Mittel ist daher eine Anrechnung auf den Personalschlüssel, sofern das landesrechtlich möglich ist. Festzustellen ist seit ein paar Jahren, dass dort wo der Fachkräftebedarf sehr hoch ist und mitunter schon ein Fachkräftemangel feststellbar ist, die Länder vergütete Ausbildungsformen eingeführt haben bzw. einführen werden, indem sie die Anrechnung auf den Personalschlüssel ermöglichen. Das ist zum Beispiel in Baden-Württemberg und Berlin der Fall. Häufig laufen die vergüteten Ausbildungsformen als Schulversuche um Erfahrungen und Erkenntnisse zu sammeln, bevor sie zur Regel werden.

Allerdings gibt es auch Länder, die aus fachlichen Gründen vergütete Ausbildungsformen mit Anrechnung auf den Personalschlüssel nicht realisieren wollen, da es faktisch zu einer Verschlechterung des Personalschlüssels führt, wenn nicht einschlägig ausgebildete Personen auf diesen angerechnet werden.